CLAUDIA MENDE
BAROCKVIOLINE

nach oben



Den Blick von der Kinderstube über die Museumsinsel schweifend, über die Grenze von Ostberlin hinweg, bekam ich als Jüngstes von fünf Kindern die Geige zugewiesen. Ich kam über einen normalen Musikschulweg und verschiedene persönliche Prägungen zum Deutschen Musikschulorchester, ebenso zum Klezmer wie zur Barockgeige. Von der Spezialschule „Carl Philipp Emanuel Bach“ in der Bernauer Straße war der Weg zur Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin am Gendarmenmarkt nicht weit. Das Orchesterdiplom in der Tasche, zog ich weiter, ahnend, dass ich keine traditionelle Orchesterlaufbahn einschlagen würde. Nun folgte ich endlich meiner Bestimmung: der Barockvioline. Ich ließ mich von Frau Prof. Susanne Scholz in Leipzig an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ mit ihrer experimentierfreudigen und kompromisslosen Herangehensweise begeistern. Zu dieser Zeit lernte ich meinen zukünftigen Mann Sebastian kennen, der auf dem Gebiet des Geigenbaus tätig ist und sich schon damals für Barockinstrumente interessierte. Seine erste Barockgeige ist immer noch meine erste Wahl unter den Geigen, die ihr auch bei vielen meiner Aufnahmen hören könnt. Im Studium habe ich mich ausprobiert, in verschiedenen Kombinationen von Freunden formiert und wurde damit plaziert: 1. Preis beim „9. Biagio-Marini-Wettbewerb“ 2007 mit dem Trio Mende-Gröger-Weiß; „Gebrüder Graun Preis 2007“ mit dem Ensemble KlangZeitRaum und 2009 das Stipendium des „Deutschen Musikwettbewerbs” mit Aufnahme in die Bundesauswahl Konzerte junger Künstler mit der Hofkapelle Schloß Seehaus. Nun folgten Einladungen zu Ensembles, deren Namen ich hier der Vollständigkeit halber erwähne: European Union Baroque Orchestra, English Concert, Les cornets noir, United Continuo Service, Akademie für Alte Musik Berlin, Pera Ensemble, The Playfords und Musica Fiata. Als freie Musikerin ist es schön für mich, in einigen Ensembles einen festen Platz einnehmen und sogar musikalisch prägen zu dürfen, zum Beispiel als Konzertmeisterin im Collegium für Alte Musik Vorpommern, in der Capella Jenensis, bei Berlin Barock, bei der Deutschen Hofmusik und als feste Konstante bei Musica Fiata. Wenn ich also nicht gerade in Elternzeit bin (wir haben inzwischen selbst fünf Kinder...) spiele ich gern an den wunderbaren Konzertorten der Welt oder auch im nächsten Hinterhof. Die Liebe zu verrückten Instrumenten oder Musikstilen anderer Kulturen hat mich stets begleitet, z.B. in der Band tants in gartn eydn oder ?shmaltz!. Von 2014 bis 2018 durfte ich einen Lehrauftrag für Barockvioline und -viola an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig ausfüllen und bin seit 2019 in unserer Wahlheimat Weimar an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in gleicher Position tätig.



















E-Mail: mende.claudia@gmx.de
Telefon: 03643 9088936