SEBASTIAN MENDE
GEIGENBAU

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Violone nach Matteo Goffriller

Wahrscheinlich werden die meisten Betrachter der Bilder bei dem Begriff Violone stutzen, doch haben mich die Ausführungen Johannes Löschers überzeugt, nach denen der Begriff „Violoncello“ etymologisch die Verkleinerungsform von „Violone“ ist (durch die italienische Verkleinerungsendsilbe „-cello“). Und da es sich bei meinem Instrument eben um eine große Baßgeige mit 78,5cm Korpusgröße und 76cm Mensur handelt, ist es für mich eine unverkleinerte „Urform“ des Violoncello, ein Violone. Dieser Begriff ist heutzutage meist durch Kontrabaßgamben besetzt. Das Buch eines Kontrabassisten, der diesen als titelgebenden Schlachtruf für „sein“ Instrument benutzte, dürfte nicht unschuldig daran sein, deshalb weicht man auch gern auf die französische Bezeichnung Bas de violon aus – auch nicht falsch, aber Goffriller war Südtiroler in Venedig . . . Beim Bau dieses Instruments habe ich versucht, den beim Vorbild nachträglich verkleinerten Oberbugbereich wieder zu rekonstruieren und mir für den Hals die aus der Stradivari-Werkstatt verbliebene Schablone mit der Bezeichnung „Violoncello veneziano“ (auch eine mögliche Bezeichnung für dieses Instrument) herangezogen, um so zu einem überzeugenden Continuoinstrument zu gelangen.


Goffriller
Rosette